Strategien zur Reduktion von Lebensmittelabfällen sollten kulturelle Routinen und Kompetenzen von Migrant:innen berücksichtigen

Frau Ramshid Rashidpour von der Technischen Universität Berlin ist die nächste Nominierte für den Michael-Schuhen-Preis, die wir in dieser Reihe vorstellen.

In ihrem Forschungsprojekt „Verhalten in Bezug auf Lebensmittelabfälle in Haushalten von Menschen mit Migrationshintergrund“ untersucht sie, wie Vorerfahrungen aus der Heimat das Umgangsverhalten mit Lebensmitteln nach der Migration prägen. Und welche kulturellen, materiellen und sozialen Faktoren dazu führen, dass in manchen Haushalten weniger oder mehr Lebensmittelabfälle entstehen.

Ihre Ergebnisse zeigen:
🔹 Der Wechsel von Gas- zu Elektroherden oder kleinere Kühlschränke verändern Abfallmengen.
🔹 Die große Produktvielfalt in Deutschland (z. B. viele Käse- und Brotsorten) kann zu Fehlkäufen führen.
🔹 Peer-Guidance (also der Austausch mit Personen ähnlicher Herkunft) hilft, Verschwendung zu vermeiden.
🔹 Viele Teilnehmende nehmen wegen effizienter Entsorgungssysteme weniger Abfall wahr – ein Hinweis auf Kommunikationslücken: Prävention sollte stärker betont werden als Entsorgung.

Das Besondere an ihrer Arbeit:
Sie verbindet Social Practice Theory mit empirischer Forschung zu 40 iranischen Haushalten in Berlin und schließt eine wichtige Forschungslücke im Bereich migrationssensibler Nachhaltigkeitspolitik.

🤔 Was bedeutet das für Verbraucherberatung und Politik?
Strategien zur Reduktion von Lebensmittelabfällen sollten kulturelle Routinen und Kompetenzen von Migrant:innen berücksichtigen – nicht nur Defizite, sondern auch Potenziale für nachhaltige Praktiken sichtbar machen.

Bild: ChatGPT

 

 

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