Philip Steitz, LL.M. (UConn), Doktorand am European Legal Studies Institute der Universität Osnabrück, ist der nächste Nominierte für den Michael-Schuhen-Preis, den wir in dieser Reihe vorstellen.
In seinem Dissertationsprojekt „Nachhaltiger Konsum im europäischen Verbrauchervertragsrecht“ untersucht er, wie die jüngsten EU-Rechtsänderungen – darunter das neue Recht auf Reparatur und der digitale Produktpass – Verbraucher:innen zu nachhaltigerem Verhalten anregen sollen.
Seine Analyse zeigt:
🔹 Die neuen Regelungen fördern vor allem ressourceneffizienten, nicht aber suffizienten Konsum – also keine Reduktion oder gerechtere Verteilung von Konsum.
🔹 Nachhaltigkeitsregelungen dienen im aktuellen Rechtsrahmen weiterhin dem Binnenmarktziel – nicht eigenständig dem Umwelt- oder Verbraucherschutz.
🔹 Informationspflichten und Freiwilligkeit bleiben die zentralen Steuerungsinstrumente – mit begrenzter Verhaltenswirksamkeit.
đź’ˇ Was bedeutet das fĂĽr die Verbraucherforschung und Verbraucherpolitik?
Die Ergebnisse zeigen, dass Nachhaltigkeit im EU-Verbraucherrecht noch stark ökonomisch und marktlogisch gedacht wird. Für die Verbraucherforschung eröffnet sich hier ein wichtiges Feld, um zu untersuchen, wie rechtliche Rahmenbedingungen, kognitive Entscheidungsprozesse und soziale Normen zusammenspielen, wenn Verbraucher:innen nachhaltige Entscheidungen treffen sollen.
Für die Verbraucherpolitik stellt sich die Aufgabe, über reine Informationspflichten hinauszugehen – hin zu wirksameren Anreizsystemen, klareren Produktstandards und einer institutionellen Förderung suffizienter Konsumformen.
Bildquelle: ChatGPT
