Frau Timea Folyi von der UniversitĂ€t des Saarlandes ist die dritte Nominierte fĂŒr den Michael Schuhen Preis, die wir in dieser Reihe vorstellen.
Sie untersucht zusammen mit Ihren Kolleginnen in ihrer Studie ‚Probing the nudging‘, wie Nudges zur Förderung gesĂŒnderer Kaufentscheidungen funktionieren â mit zum Teil ĂŒberraschenden Ergebnissen.
In einer ersten Studie zeigen sie: Nudges, die die Aufmerksamkeit auf gesunde Produkte lenken sollen, können unerwarteterweise ungesunde Produkte begĂŒnstigen.
Mögliche GrĂŒnde könnten sein: Komplexe Wechselwirkungen zwischen Werbebannern und Produkten sowie eine mögliche ‚Korrektur‘ der Nudging-Botschaft durch die Proband:innen.
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Kernpunkte des ersten Experiments:
– 71 Teilnehmer, Online-Shopping-Szenario
– Gesundheitsbezogene vs. neutrale Werbebanner
– Ergebnis: Gesunde Produkte wurden mit ‚gesunden‘ Werbebannern langsamer gefunden als mit neutralen
đ€ Was bedeutet das fĂŒr die Praxis?
Nudes können ohne genaues VerstĂ€ndnis der zugrundeliegenden Prozesse zu unerwĂŒnschten Ergebnissen fĂŒhren. FĂŒr effektive VerhaltensĂ€nderungen mĂŒssen diese erforscht und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Elementen eines (Online-)Shops und mit motivationalen Prozessen der Konsumenten berĂŒcksichtigt werden.
Wir sind gespannt auf die Folgestudie, die u.a. Eye-Tracking einsetzen soll, und drĂŒcken Melissa Dowse die Daumen. Schon jetzt danken wir ihr fĂŒr diesen spannenden Beitrag.
